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Kein Abflussgeruch mehr: Ursachen erkennen und dauerhaft vorbeugen

Von Markus •

Unangenehme Gerüche aus Waschbecken, Dusche oder Bodenablauf sind kein Schicksal: Mit der richtigen Diagnose und ein paar gezielten Maßnahmen lassen sich Ausdünstungen nicht nur überdecken, sondern wirkungsvoll und langfristig verhindern. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die Quelle erkennen, typische Schwachstellen am Geruchsverschluss beheben und dauerhaft für frische Luft im Bad und in der Küche sorgen – ganz ohne fragwürdige Chemiecocktails.

Fallbeispiel: Ein typischer Auslöser – und was fast alle übersehen

In einer Altbauwohnung klagt Familie K. über gelegentlichen Gestank aus dem Duschabfluss und ein muffiges Waschbecken. Mehrere Duftspender und Essigspülungen brachten nur kurz Ruhe. Der eigentliche Auslöser: ein ausgetrockneter Geruchsverschluss im selten genutzten Bodenablauf und Biofilm im Überlauf des Waschbeckens.

So entsteht Geruch: Fehlt das Sperrwasser im Siphon, hat Kanalgeruch freie Bahn. Biofilm aus Fetten, Seifenresten und Haaren setzt zudem schwefelhaltige Gase frei. Häufiger Fehler: Man bekämpft Symptome mit Duftsprays oder aggressiven Mischungen (z. B. Chlor plus Säure – unbedingt vermeiden!), statt die Sperrwasserhöhe zu prüfen und den Überlauf gezielt zu reinigen.

Nach dem Befüllen des Bodenablaufs, einer mechanischen Reinigung von Siphon und Überlauf sowie dem Tausch einer gequetschten Dichtung verschwand der Mief dauerhaft. Zusätzlich wurde ein Membran-Geruchsverschluss für den selten genutzten Ablauf eingesetzt – eine einfache, nachhaltige Lösung.

So gehen Sie strukturiert vor

  1. Quelle eingrenzen

    Geruchsquellen einzeln testen: Decken Sie nacheinander Abflussöffnungen ab und prüfen Sie, ob der Geruch verschwindet. Kleben Sie den Waschbeckenüberlauf kurzzeitig zu und vergleichen Sie. Kontrollieren Sie die Sperrwasserhöhe im Siphon (ideal 50–70 mm) und achten Sie auf Anzeichen wie Gluckern oder nachlassenden Wasserstand – beides weist auf Unterdruck oder Verdunstung hin.

  2. Mechanisch reinigen

    Demontieren Sie den Siphon (Eimer unterstellen), entfernen Sie Haare, Fett und Schlamm, reinigen Sie Tauchrohr und Rohrbogen mit Flaschen- oder Überlaufbürste. Vergessen Sie den Überlaufkanal nicht: Hier sitzt oft der stärkste Geruch. Dichtungen mit Silikonfett pflegen und auf Risse prüfen, dann alles spannungsfrei montieren. Für Duschabläufe: Sieb abheben, Geruchsverschluss entnehmen und gründlich säubern.

  3. Thermisch und oxidativ spülen

    Spülen Sie mit heißem, aber nicht kochendem Wasser (ca. 60–70 °C). Bei Biofilm helfen Sauerstoffreiniger (Natriumpercarbonat) oder enzymatische Reiniger; Einwirkzeit 15–30 Minuten, danach gründlich nachspülen. Niemals verschiedene Chemikalien mischen und Vorsicht bei empfindlichen Materialien. Bei PVC vermeiden Sie kochendes Wasser.

  4. Geruchsverschluss sichern

    Sichern Sie den Geruchsverschluss: Füllen Sie Siphons vollständig und geben Sie bei selten genutzten Abläufen 1–2 Teelöffel Speiseöl hinzu, um Verdunstung zu bremsen. Prüfen Sie, ob das Tauchrohr richtig sitzt und Dichtungen dicht sind. Für Bodenabläufe in Gäste-WCs oder Kellern sind Membran-Geruchsverschlüsse (Trockensiphon-Einsätze) eine wirksame Option.

  5. Strukturelle Ursachen abstellen – ggf. Profi hinzuziehen

    Beheben Sie Ursachen dauerhaft: Gluckern oder leergesaugte Siphons deuten auf mangelnde Belüftung hin – prüfen Sie Belüftungsventile (AAV) oder den Lüftungsstrang. Wiederkehrender Geruch trotz Reinigung spricht für Ablagerungen tiefer im Rohr oder im Hausanschluss. Hier hilft eine professionelle Rohrreinigung mit Kamera-Inspektion und ggf. Hochdruckspülung; auch eine Dichtheitsprüfung kann Klarheit schaffen.

Pro-Tipps für nachhaltige Frische

  • Wöchentlich in Küche und Bad einen Heißwasser-Flush (2–3 Liter, ca. 65 °C) durchführen; das reduziert Fettfilm und Bakterien nachhaltig.
  • Selten genutzte Abläufe alle 2–4 Wochen nachfüllen und mit einem dünnen Ölfilm schützen, damit der Geruchsverschluss nicht austrocknet.
  • In der Küchenspüle keine Fette, Öle oder Kaffeesatz entsorgen; Reste abwischen und in den Restmüll geben, um Biofilm und Gestank vorzubeugen.
  • Überlauf regelmäßig mit einer schmalen Bürste und Sauerstoffreiniger säubern; hier versteckt sich häufig der stärkste Geruch.
  • Warnhinweis: Niemals Chlorreiniger mit Säuren oder Laugen mischen; Handschuhe und Schutzbrille tragen.
  • Alarmzeichen wie Gluckern, langsamer Ablauf oder feuchte Stellen? Dann ist eine Abflussreinigung vom Fachbetrieb mit Kamera-Diagnose die sichere Wahl.

Kurzfazit

Dauerhafte Frische entsteht, wenn Diagnose, mechanische Reinigung und Sicherung des Geruchsverschlusses zusammenspielen. Prüfen Sie Belüftung und Dichtungen, pflegen Sie Siphon und Überlauf regelmäßig und greifen Sie bei tieferliegenden Problemen auf eine professionelle Rohrreinigung zurück.

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Kommentare

Jörg H.

Danke!

Ute Kramer

Das trifft unseren Altbau exakt: monatelang muffiger Waschbecken-Geruch und eine Dusche, die gelegentlich nach Kanal stank. Wir haben wie im Fallbeispiel erst Duftspender und Essig probiert – half nur kurz. Nach eurer Anleitung habe ich den Überlauf abgeklebt, die Sperrwasserhöhe gecheckt (war fast weg) und das Gluckern bestätigt. Siphon ab, Eimer drunter, Überlauf mit Bürste plus Natriumpercarbonat gereinigt, 20 Minuten gewartet und mit ca. 65 °C nachgespült. Die gequetschte Dichtung habe ich ersetzt und in den selten genutzten Bodenablauf 2 TL Öl gegeben. Seitdem Ruhe, keine Schwefel-Wolke mehr beim Zähneputzen 😅. Großartig auch der Hinweis auf Membran-Geruchsverschlüsse – das setze ich im Gäste-WC noch um, und Chlor+Säure kommt mir nie wieder ins Haus.

Stefan2001

Kurze Frage: Ist „Sauerstoffreiniger (Natriumpercarbonat)“ das Zeug aus der Drogerie, das man sonst für Wäsche nimmt? Wie viel würdet ihr konkret in den Überlauf geben und wie lange einwirken lassen – reichen 15–30 Minuten wirklich? Mein Siphon ist aus PVC: Sind 65 °C okay oder lieber etwas kühler, damit nichts verzieht? Und hat der Membran-Geruchsverschluss Nachteile bei seltener Nutzung, z. B. Geräusche oder geringerer Durchfluss?

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