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Hartnäckiger Geruch aus Bad- und Küchenabfluss: Ursachen finden und nachhaltig beheben

Von Markus •

Ein gereinigter Abfluss sollte neutral riechen – wenn nicht, steckt meist eine versteckte Geruchsquelle im System. In diesem Leitfaden prüfen Sie Schritt für Schritt die häufigsten Ursachen und erfahren, wann eine professionelle Rohrreinigung sinnvoll ist.

Schritt 1: Geruch richtig einordnen und die Quelle eingrenzen

Bevor Sie erneut reinigen, lohnt sich eine kurze „Geruchs-Diagnose“. Denn ein muffiger Biofilm riecht anders als ein klarer Kanalgeruch, und die Lösung ist entsprechend unterschiedlich. Ziel ist, den Geruch räumlich (welcher Ablauf?) und zeitlich (wann tritt er auf?) einzugrenzen.

  • Nur an einem Ablauf: Häufig liegt es am Siphon, am Überlauf oder an einem Anschluss (Spülmaschine/Waschmaschine).
  • Mehrere Abflüsse betroffen: Hinweis auf Belüftungsthemen oder Ablagerungen in einer gemeinsamen Leitung.
  • Geruch nach längerer Nichtbenutzung: Oft ist der Geruchsverschluss ausgetrocknet oder wird leergezogen.
  • Geruch nach dem Spülen oder beim Ablaufen: Deutet auf Biofilm in Wandanschluss/Abzweig oder auf Unterdruck (Gluckern) hin.

Praktischer Test: Riechen Sie direkt am Ablauf, am Überlauf (kleine Öffnung unter dem Beckenrand) und am Wandanschlussbereich. Wenn Sie Gluckergeräusche hören oder Wasser im Becken „pulsiert“, notieren Sie das – es ist ein wichtiger Hinweis für Schritt 3.

Sicherheit: Vermeiden Sie aggressive Chemie-Mischungen (z. B. Chlor + Säure). Setzen Sie auf mechanische Reinigung, heißes Wasser und milde Mittel. Bei starkem, stechendem Kanalgeruch regelmäßig lüften.

Schritt 2: Siphon, Überlauf und Anschlüsse gründlich (und richtig) reinigen

Viele Reinigungen erreichen nur den sichtbaren Ablaufbereich. Der eigentliche „Geruchsträger“ sitzt jedoch oft im Siphon oder im Überlaufkanal, wo sich Biofilm aus Seifenresten, Hautfetten, Speiseresten und Kalk bildet. Dieser Belag kann selbst nach dem Putzen weiter ausdünsten.

2.1 Siphon demontieren und mechanisch säubern

Stellen Sie einen Eimer unter den Siphon, lösen Sie die Überwurfmuttern und reinigen Sie alle Teile mit Bürste und warmem Spülwasser. Entscheidend ist das Abreiben der Innenflächen – nicht nur „durchspülen“.

  • Dichtungen prüfen: porös, verformt oder rissig? Dann ersetzen.
  • Auf Ablagerungsringe achten (typisch im Bogen): dort setzt Biofilm besonders an.
  • Nach dem Zusammenbau kurz auf Dichtheit prüfen (Papier um die Verbindungen legen).

2.2 Überlauf im Waschbecken/Spülbecken nicht vergessen

Der Überlauf wird häufig übersehen. Genau dort sammeln sich stehendes Wasser, Seifenreste und organische Rückstände – perfekte Bedingungen für unangenehme Gerüche. Reinigen Sie den Überlaufkanal mit einer schmalen Bürste (z. B. Flaschenbürste) und spülen Sie mit warmem Wasser nach.

2.3 Geräteanschlüsse: Spülmaschine, Waschmaschine, Kondensat

Ein schlecht sitzender oder falsch geführter Schlauch kann Gerüche aus dem Abzweig zurück in die Küche oder den Hauswirtschaftsraum leiten. Prüfen Sie, ob der Anschluss fachgerecht mit Schlauchschelle fixiert ist und ob der Schlauch eine sinnvolle „Schlaufe“ (Hochführung) bildet, damit kein Schmutzwasser zurückläuft.

Merkliste: Wenn nach der Siphon-Reinigung der Geruch schnell wieder da ist, sitzt die Ursache häufig hinter dem Wandanschluss oder in einem schlecht gereinigten Überlaufkanal.

Schritt 3: Geruchsverschluss, Unterdruck und Belüftung prüfen

Ein Abfluss kann auch dann riechen, wenn er sauber ist: nämlich dann, wenn der Geruchsverschluss nicht zuverlässig mit Wasser gefüllt bleibt. Das passiert durch Austrocknung oder durch Unterdruck in der Leitung, der das Sperrwasser aus dem Siphon „zieht“.

3.1 Austrocknung: Klassiker in Gäste-WC, Bodenabläufen und selten genutzten Duschen

Wird ein Ablauf selten genutzt, verdunstet das Wasser im Siphon. Kanalgerüche haben dann „freie Bahn“. Füllen Sie Wasser nach und beobachten Sie, ob der Geruch verschwindet. Bei Bodenabläufen kann ein paar Milliliter (säurefreies) Pflegeöl helfen, die Verdunstung zu verlangsamen.

  • Regelmäßig Wasser nachlaufen lassen (z. B. 1× pro Woche).
  • Bei Duschabläufen Haarfangsieb nutzen, um Biofilm zu reduzieren.

3.2 Unterdruck und Gluckern: Wenn die Leitung „zieht“

Gluckergeräusche, schwankende Wasserstände im Siphon oder Geruch, der besonders nach dem Spülen/Entleeren anderer Geräte auftritt, sprechen für Belüftungsprobleme. Ursache können teilverstopfte Leitungen, ungünstige Leitungsführung oder eine fehlerhafte/defekte Entlüftung sein.

Was Sie selbst prüfen können: Tritt das Problem immer dann auf, wenn an anderer Stelle (z. B. WC, Badewanne) viel Wasser abläuft? Dann ist eine systemische Ursache wahrscheinlicher als „nur“ der einzelne Ablauf.

Hinweis: Eine vermeintliche Geruchsquelle im Bad kann durch Unterdruck an einer ganz anderen Stelle ausgelöst werden. Wenn mehrere Abflüsse betroffen sind, ist eine gezielte Prüfung der Leitungsbelüftung sinnvoll.

Schritt 4: Wenn der Geruch aus der Leitung kommt – Ablagerungen, Schäden und Profi-Optionen

Bleibt der Geruch trotz sauberem Siphon, gereinigtem Überlauf und stabilem Sperrwasser, liegt die Ursache häufig tiefer im System: in der Wandanschlussleitung, im Abzweig oder in der Sammelleitung. Dort entstehen Ablagerungen, die mit Haushaltsmitteln oft nicht erreicht werden. Auch kleine Undichtigkeiten können Gerüche austreten lassen, ohne dass sichtbar Wasser austritt.

  • Biofilm in der Wand: Besonders in Küchen durch Fett-/Stärkereste, im Bad durch Seifen- und Haarreste.
  • Teilblockaden: Wasser fließt noch ab, aber es bleibt ein „Schmierfilm“ stehen, der riecht.
  • Undichte Übergänge: z. B. am Wandanschluss, an alten Muffen oder an schwer sichtbaren Verbindungen.
  • Probleme in der Hauptleitung: Wenn Gerüche in mehreren Räumen auftreten oder sich mit Wetterdruck ändern.

An dieser Stelle ist eine fachgerechte Abflussreinigung oft effektiver als wiederholtes „Nachputzen“. Ein Rohr- und Kanalservice kann je nach Befund mit spiralgesteuerter Reinigung, Hochdruckspülung oder einer Kamerainspektion arbeiten. Das ist besonders sinnvoll, wenn Sie die Ursache nicht sicher lokalisieren können oder der Geruch regelmäßig zurückkehrt.

Wann Sie besser Profis hinzuziehen: Bei wiederkehrendem Kanalgeruch, gluckernden Geräuschen in mehreren Abflüssen, wiederholten Verstopfungen oder Verdacht auf Undichtigkeiten. Eine professionelle Rohrreinigung mit Diagnose spart oft Zeit und Folgekosten.

FAQ: Häufige Fragen zu unangenehmen Abflussgerüchen

Warum riecht es nur morgens oder nach längerer Abwesenheit?
Oft ist das Sperrwasser im Geruchsverschluss teilweise verdunstet oder wurde durch Unterdruck leergezogen. Wasser nachfüllen und auf Gluckergeräusche achten.
Hilft Natron und Essig dauerhaft?
Für leichte Beläge kann es kurzfristig helfen, ersetzt aber keine mechanische Reinigung. Gegen Biofilm in Wandanschlüssen oder Teilblockaden ist die Wirkung begrenzt.
Was bedeutet es, wenn der Abfluss gluckert?
Gluckern deutet häufig auf Luftprobleme im Leitungssystem hin (Unterdruck/Belüftung) oder auf beginnende Ablagerungen, die den Querschnitt verengen.
Kann ein undichter Anschluss riechen, ohne zu tropfen?
Ja. Bereits kleine Undichtigkeiten an Muffen oder Wandanschlüssen können Gerüche austreten lassen, während Flüssigkeit kaum austritt oder verdunstet.

Kurzfazit

Wenn nach dem Reinigen weiterhin unangenehme Gerüche auftreten, liegt es meist nicht an „zu wenig Putzen“, sondern an versteckten Bereichen wie Überlauf, Wandanschluss oder Belüftung. Arbeiten Sie die Schritte systematisch ab – und wenn mehrere Abflüsse betroffen sind, bringt eine professionelle Abfluss- und Rohrreinigung mit Diagnose meist die schnellste, dauerhaft saubere Lösung.

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Kommentare

Kalle R.

Bei uns war das im Gäste-WC echt ein Klassiker: Wochenlang kaum benutzt, und dann morgens plötzlich dieser stechende „Kanal“-Geruch. Ich hab erst wie blöd geputzt und Natron/Essig probiert (half kurz, dann wieder nix), bis ich gemerkt hab, dass der Geruchsverschluss einfach nicht mehr richtig „steht“. Einmal Wasser nachgefüllt und Ruhe – und seitdem lass ich da wirklich 1× die Woche kurz laufen. Was ich spannend fand: Der Überlauf im Waschbecken war bei uns auch übel, obwohl der Ablauf selber sauber aussah… mit einer schmalen Bürste kam da richtig Biofilm raus, bäh. Gut auch der Hinweis mit den Chemie-Mischungen, da wird im Netz ja oft wild geraten. Wenn es wiederkommt, werd ich’s diesmal nicht mehr aussitzen, sondern eher Richtung Wandanschluss/Undichtigkeit schauen (Geruch ohne Tropfen kannte ich so gar nicht).

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