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Grundleitung blockiert? So schützen Sie Ihr Haus und bringen den Hauptabfluss wieder in Fluss

Von Markus •

Eine blockierte Grundleitung legt das gesamte Abwassersystem eines Hauses lahm. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Warnsignale richtig deuten, welche Schritte sofort helfen und wie Fachbetriebe mit Kameraanalyse und Hochdruckspülung den Hauptabfluss dauerhaft frei halten.

Der Hauptstrang verbindet alle Fallrohre und Anschlussleitungen mit der öffentlichen Kanalisation. Wird er eng, staut sich Abwasser bis in Dusche, WC oder Keller. Je früher Sie strukturiert vorgehen – und bei Bedarf eine professionelle Kanalreinigung beauftragen – desto geringer sind Schäden und Kosten. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die richtigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge zu wählen.

Umfang & Voraussetzungen: Was Sie vor dem Start prüfen sollten

Bevor Werkzeuge oder Notdienst zum Einsatz kommen, klären Sie, ob tatsächlich die Grundleitung betroffen ist. Ein einzelner, langsam ablaufender Waschbeckenabfluss weist eher auf eine lokale Verengung hin. Ein Problem in der Hauptleitung zeigt sich meist zeitgleich an mehreren Entwässerungsstellen.

  • Symptome bewerten: Gluckernde Geräusche, langsamer Ablauf in WC und Dusche, Rückstau am Bodenablauf oder Gerüche in mehreren Räumen sprechen für den Hauptstrang.
  • Lage unter der Rückstauebene: Tritt Wasser im Keller aus, unbedingt Bodenabläufe temporär abdichten und angeschlossene Geräte (Waschmaschine) stoppen.
  • Revisionsmöglichkeiten sichten: Gibt es eine Reinigungsöffnung im Haus oder einen Revisionsschacht im Garten? Das erleichtert Diagnose und professionelle Rohrreinigung.
  • Material & Alter der Leitung: Ton, Beton oder alte Gussrohre neigen zu Inkrustationen und Wurzeleinwuchs; bei Kunststoff (PVC/PP) sind Ablagerungen und Fett häufige Ursachen.
  • Zuständigkeit klären: In der Regel sind Leitungen bis zur Grundstücksgrenze privat; der öffentliche Kanal liegt in Verantwortung der Kommune.
  • Sicherheit: Niemals in Schächte einsteigen, giftige Gase (z. B. H2S) und Sauerstoffmangel sind lebensgefährlich. Räume lüften, Stromquellen fernhalten, persönliche Schutzausrüstung nutzen.
  • Dokumente: Bestandspläne, frühere Berichte zur Kamerauntersuchung der Abwasserleitung oder Protokolle der Dichtheitsprüfung (z. B. nach DIN 1986-30) bereithalten.

Faustregel: Kleine Hindernisse an Anschlüssen können Sie mit Pömpel und kurzer Handspirale prüfen. Spätestens bei Rückstau, wiederkehrenden Störungen oder unklarer Ursache ist der Fachbetrieb mit Kameraanalyse und Hochdrucktechnik die sicherste Wahl.

Zeitplan: Phasen und realistische Dauer

  1. Erste Absicherung (ca. 30–60 Minuten): Wasserzufuhr minimieren, keine Spül- oder Waschmaschinen starten, Bodenabläufe unterhalb der Rückstauebene abdichten und den Revisionsschacht zugänglich machen. So vermeiden Sie zusätzliche Wasserschäden.
  2. Sichtprüfung und Vorabtests (ca. 30–90 Minuten): Reinigungsöffnungen öffnen, Füllstände prüfen, kurze Pömpel- oder Handspiralversuche an nahegelegenen Anschlüssen. Erkenntnisziel: Lokal vs. Hauptleitung.
  3. Kameraanalyse & Ortung (ca. 1–2 Stunden): Fachbetriebe führen eine Kamerauntersuchung durch, identifizieren Ablagerungen, Wurzeleinwuchs, Versätze oder Rohrbrüche und markieren die Schadstelle mittels Ortungssonde.
  4. Mechanisches Räumen mit Spirale (ca. 1–2 Stunden): Mit 16–22 mm Spiralen werden Ablagerungen gelöst. Ziel ist, den Durchfluss wiederherzustellen und die Leitung für die Spülung vorzubereiten.
  5. Hochdruckspülung/Fräsen (ca. 1–3 Stunden): Rotations- oder Raketendüsen entfernen Fett, Schlamm und Inkrustationen. Bei starken Verkrustungen oder Wurzeln kommen Kettenschleudern zum Einsatz.
  6. Funktionscheck & Dichtheitsprüfung (ca. 30–60 Minuten): Spültests, ggf. Prüfblasen und Protokoll. So wird sichergestellt, dass der Hauptabfluss wieder stabil funktioniert.
  7. Punktuelle Sanierung (Kurzliner/Inliner) – optional (halber Tag bis mehrere Tage): Bei strukturellen Schäden folgt die Sanierung mit Harzlaminaten. Trocknungszeiten und Abnahme verlängern den Gesamtzeitraum.

Die tatsächliche Dauer hängt von Zugänglichkeit, Leitungslänge, Material und Schadensbild ab. Ein erfahrener Notdienst für Abfluss und Kanal kann die Schritte bündeln und Stillstandzeiten minimieren.

Materialien & Mengen: Was Sie wirklich brauchen

  • Pömpel (1 Stück, großer Teller): Für erste Tests an Anschlüssen; bei starkem Widerstand nicht erzwingen.
  • Handspirale 8–10 mm (10–15 m): Für kurze Strecken bis zur Fallleitung; sanft führen, um Beschädigungen zu vermeiden.
  • Trommelspirale 16–22 mm (20–30 m): Nur für geübte Anwender bzw. Fachbetriebe – hohe Kraft, erhöhtes Verletzungs- und Schadensrisiko.
  • Hochdruckschlauch mit Rotationsdüse (30–60 m): Für Grundleitungen unverzichtbar; Druck und Düse sollten auf Leitungsdurchmesser abgestimmt sein.
  • Inspektionskamera (Kopfdurchmesser ca. 28 mm, 20–40 m): Dokumentation und Ortung sparen Folgekosten und erleichtern Entscheidungen.
  • Prüfblasen/Dichtkappen DN 70–150: Für Funktions- und Dichtheitsprüfungen sowie temporäres Absperren von Leitungszweigen.
  • PSA: Chemikalienfeste Handschuhe, Schutzbrille, Gummistiefel; bei Schächten zusätzlich Warnweste und Absperrbänder.
  • Nasssauger, Eimer, Folie: Für Rückstau-Notfälle und sauberes Arbeiten in Innenräumen.
  • Biologisch abbaubare Reiniger: Nur für Nachreinigung; aggressive Chemikalien schädigen Dichtungen und Rohre.

Tipp: Für die eigentliche Reinigung der Grundleitung sind professionelle Geräte und Erfahrung entscheidend. Eine Rohrreinigung vom Fachbetrieb verhindert Beschädigungen und liefert ein verwertbares Video-Protokoll für Versicherung und Gewährleistung.

Budget & Spartipps: Realistische Zahlen, kluge Entscheidungen

Die Kosten richten sich nach Zugänglichkeit, Leitungslänge, Verschmutzungsgrad, Material und Tageszeit (Notdienst). Transparente Angebote enthalten Anfahrt, Arbeitszeit, Maschinenzuschläge, ggf. Meterpreise und eine Kamera-Dokumentation.

  • Anfahrt & Diagnose (Werktag): ca. 80–180 €; Notdienstzuschlag: +50–150 €.
  • Mechanische Reinigung/Hochdruckspülung: ca. 200–600 € je Einsatz, bei langen Leitungen ggf. +10–20 €/m.
  • Kamerauntersuchung & Protokoll: ca. 150–300 €.
  • Wurzelentfernung/Fräsen: ca. 300–800 € (abhängig von Länge und Verkrustung).
  • Kurzliner/Inliner-Sanierung: punktuell 350–900 € pro Schadstelle, durchgehend ca. 90–250 €/m.
  • Dichtheitsprüfung (nach Region/Norm): ca. 150–400 €.

Spartipps ohne Risiko: Früh reagieren, Revisionsöffnungen freihalten, bei wiederkehrenden Problemen einen Wartungsvertrag für Abwasserleitungen erwägen und stets auf eine ordentliche Dokumentation bestehen. Sammeln Sie Angebote mit klaren Leistungsbeschreibungen – das erleichtert den Vergleich.

  • Frühwarnsignale ernst nehmen: Je eher Sie handeln, desto kürzer und günstiger wird die Reinigung.
  • Keine chemischen Rohrreiniger in der Grundleitung: Sie zerstören Dichtungen, erzeugen gefährliche Dämpfe und erschweren die professionelle Kanalreinigung.
  • Hochdruck nur vom Profi: Falscher Druck oder ungeeignete Düsen können Leitungen beschädigen.
  • Dokumentation sichern: Videodatei, Ortungsprotokoll und Prüfbericht sind wertvoll für Versicherung, Garantie und spätere Wartung.
  • Sicherheit geht vor: Nicht in Schächte einsteigen, keine Alleingänge bei Gasgeruch – sofort lüften und den Bereich räumen.

Unterm Strich lohnt es sich, strukturiert vorzugehen: Erst Absichern und Prüfen, dann gezielt reinigen lassen und abschließend den Zustand dokumentieren. So bleibt die Grundleitung leistungsfähig – und Ihr Zuhause vor Rückstau und Folgeschäden geschützt.

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Kommentare

Stefan Krüger

Letztens genau die Warnsignale gehabt: gluckernde Geräusche und WC plus Dusche liefen gleichzeitig langsam ab. Im Keller kam schon Wasser am Bodenablauf, also erst mal abgedichtet und die Waschmaschine gestoppt – guter Tipp hier! Pömpel und kurze Handspirale haben nichts gebracht, erst der Fachbetrieb mit Kamera hat den Wurzeleinwuchs in unserem alten Tonrohr gezeigt. Danach mechanisch geräumt und per Hochdruck mit Rotationsdüse gespült; an einer Stelle kam sogar die Kettenschleuder zum Einsatz. Dauer insgesamt knapp drei Stunden, passt zu den Zeiten im Artikel. Bezahlt haben wir ca. 150 € Anfahrt/Diagnose + 420 € Spülung + 180 € für die Kamera-Doku – genau in dem Rahmen, den ihr nennt. Das Video und Protokoll heben wir für Versicherung und spätere Wartung auf; chemische Rohrreiniger kommen mir seitdem nicht mehr ins Haus.

Lena304

Interessant!

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