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Abfluss riecht nach dem Putzen weiter? Ursachen zielsicher finden und nachhaltig beseitigen

Von Markus •

Ihr Abfluss riecht trotz gründlicher Putzroutine weiterhin unangenehm? Oft steckt die Ursache nicht im sichtbaren Schmutz, sondern in Biofilm, trockenen Geruchsverschlüssen, mangelhafter Belüftung oder undichten Verbindungen. Diese Anleitung zeigt, wie Sie die tatsächliche Quelle systematisch finden, was Sie selbst sicher beheben können und wann eine professionelle Rohrreinigung sinnvoll ist.

Materialien & Werkzeuge

  • Eimer und Gummihandschuhe – Auffangen von Restwasser und sicheres Arbeiten
  • Taschenlampe – Kontrolle unter dem Waschbecken, am Siphon und am Bodenablauf
  • Rohrzange oder verstellbarer Schlüssel – Siphon lösen und wieder montieren
  • Flaschen- und Rohrbürsten – Biofilm in Siphon, Überlauf und Rohransätzen entfernen
  • Natron & Essig oder Sauerstoffreiniger – sanfte Geruchsbekämpfung ohne scharfe Laugen
  • Heißes Wasser (Wasserkocher) – thermische Spülung gegen Fette und Seifenreste
  • Ersatzdichtungen (Gummi/PTFE) – poröse Ringe ersetzen für dichte Verbindungen
  • Silikonfett – Dichtungen pflegen und Montage erleichtern
  • Endoskop-Kamera für Heimwerker – optionaler Blick ins Rohr bei Verdacht auf Biofilm
  • Folie/Stopfen und Klebeband – Abflüsse temporär verschließen, um Quellen zu trennen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Geruchsquelle eingrenzen. Lüften Sie den Raum gut durch. Verschließen Sie nacheinander einzelne Abflüsse (Waschbecken, Dusche, Spüle, Bodenablauf) kurzzeitig mit Folie/Stopfen. Bleibt der Geruch trotz abgeklebtem Becken, liegt er eher an Dichtungen, Überlauf oder dem Umfeld. Tritt er beim Ablassen von Wasser auf, kann eine fehlerhafte Belüftung Unterdruck erzeugen.
  2. Sperrwasser im Siphon prüfen. Der Geruchsverschluss (P- oder Flaschensiphon) muss mit Wasser gefüllt sein. Sieht der Siphon innen trocken aus oder gluckert es, fehlt Sperrwasser oder es wird leergesaugt. Füllen Sie Wasser nach und testen Sie erneut. Selten genutzte Abflüsse (z. B. Gäste-WC) sollten wöchentlich kurz gespült werden, um Verdunstung zu verhindern.
  3. Siphon demontieren und gründlich reinigen. Eimer unterstellen, Muttern lösen, Siphon abnehmen. Schleimiger Biofilm, Seifenreste und Fette sind typische Geruchsträger. Mit Bürste und warmem Wasser reinigen; Dichtungen prüfen, gegebenenfalls ersetzen und leicht mit Silikonfett behandeln. Anschließend dicht wieder montieren.
  4. Überlauf und Ablaufgarnitur nicht vergessen. In Waschbecken-Überläufen und unter dem Pop-up-Verschluss sammeln sich Beläge. Demontieren Sie die Betätigungsstange, entnehmen Sie den Stopfen und reinigen Sie Überlaufkanal und Garnitur mechanisch. Das verhindert, dass Gerüche aus dem Überlauf „zurückatmen“.
  5. Küchenleitung von Fetten befreien. Gießen Sie vorsichtig mehrere Kannen sehr heißes Wasser mit etwas Spülmittel nach, um Fette zu lösen. Alternativ wirken enzymatische oder sauerstoffbasierte Reiniger über Nacht. Heißes Fett bitte niemals in die Spüle kippen – das härtet im Rohr aus und begünstigt dauerhaften Abflussgeruch.
  6. Belüftung der Abwasserleitung prüfen. Häufige Anzeichen sind gluckernde Geräusche und ein leergesogener Siphon. In Wohnungen sorgt oft ein Belüftungsventil (AAV) für Druckausgleich; ist es defekt oder verklebt, entstehen Gerüche. In Häusern kann die Dachentlüftung verschmutzt sein. Hier hilft eine fachgerechte Kontrolle, gegebenenfalls Austausch des Ventils oder Reinigung der Entlüftung.
  7. Dichtungen und Steckverbindungen checken. Riecht es „kanalig“, prüfen Sie Muffen, flexible Anschlüsse und den Übergang zum Wandabgang. Poröse Dichtungen und lose Verschraubungen lassen Kanalgase austreten. Tauschen Sie Ringe aus und achten Sie auf korrektes Gefälle der Leitungen.
  8. Bodenabläufe und selten genutzte Abflüsse behandeln. In Kellern, Duschen mit Bodenablauf oder Hauswirtschaftsräumen verdunstet Sperrwasser schneller. Füllen Sie den Geruchsverschluss nach und geben Sie ein paar Tropfen Mineralöl oder biologisches Sperrflüssigkeitsgel hinzu, um Verdunstung zu bremsen. Reinigen Sie den Geruchsverschluss-Einsatz (bei manchen Abläufen herausnehmbar).
  9. Rohrinnenflächen bewerten. Bleibt der Geruch, sitzen oft Biofilm-Nester tiefer. Eine vorsichtige, flexible Bürste oder eine Heimwerker-Endoskopkamera hilft beim Sichtcheck. Bei hartnäckigen Ablagerungen sind eine professionelle Rohrreinigung oder eine Kanalinspektion mit Kamera sinnvoll, um auch den Anschluss an den Hauptabfluss bzw. die Grundleitung zu beurteilen.
  10. Wann Profis übernehmen sollten. Wiederkehrender Abflussgeruch im Bad, Gerüche bei Regen/Wind (Hinweis auf Belüftungsproblem), feuchte Wände oder Rückstau sind Signale für den Sanitär-Notdienst. Anbieter für professionelle Rohrreinigung können Verstopfungen entfernen, eine Dichtheitsprüfung durchführen und die Ursache dauerhaft beseitigen.

Häufige Fehler (und schnelle Abhilfe)

  • Chemikalien mischen (z. B. Chlor + Laugen) – niemals kombinieren; Gefahr von giftigen Dämpfen. Setzen Sie auf mechanische Reinigung oder ein einzelnes Mittel.
  • Nur überdecken statt beseitigen – Duftsprays kaschieren, lösen aber nicht das Problem. Ursache lokalisieren und gezielt entfernen.
  • Heißes Fett in die Spüle – führt zu harten Ablagerungen. Fette abkühlen lassen und im Restmüll entsorgen.
  • Alte Dichtungen wiederverwenden – poröse Ringe lassen Kanalgase durch. Besser neue Dichtungen einsetzen und leicht fetten.
  • Überlauf übersehen – hier sitzt oft der Biofilm. Regelmäßig mechanisch reinigen.
  • Siphon schief oder spannungsreich montiert – Undichtigkeiten drohen. Passgenau montieren, Gewinde nur handfest anziehen.
  • Belüftungsventil ignorieren – defekte AAVs verursachen Unterdruck. Ventil prüfen und bei Bedarf tauschen lassen.
  • Zu aggressive Spirale in dünnen Rohren – kann Kratzer verursachen, an denen Belag haften bleibt. Schonend arbeiten oder Fachbetrieb beauftragen.

Kurzfazit

Persistenter Abflussgeruch nach dem Putzen hat fast immer eine klar erkennbare Ursache: fehlendes Sperrwasser, Biofilm, Fette, defekte Belüftung oder undichte Verbindungen. Mit der obigen Systematik beheben Sie vieles selbst – und wenn nicht, sorgt eine professionelle Rohrreinigung mit Kanalinspektion und Dichtheitsprüfung dafür, dass Ihr Abfluss dauerhaft geruchsfrei bleibt.

Fragen oder Terminwunsch? Rufen Sie uns an:

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Kommentare

vera.müller

Praktischer Tipp aus dem Alltag: Gewinde am Siphon nur handfest anziehen und die neuen Ringe minimal mit Silikonfett benetzen – dichtet besser und lässt sich später leichter lösen. Überlauf und Pop-up nicht vergessen, dort sitzt der Geruch oft. In der Küche lieber mehrere Kannen sehr heißes Wasser mit etwas Spülmittel statt aggressiver Spirale, sonst gibt’s Kratzer, an denen sich wieder Belag sammelt. Belüftungsventil bei gluckernden Geräuschen prüfen, das wird oft übersehen.

Jan2001

Oh man 😅 ich hab nie gerafft, dass der Überlauf „zurückatmet“. Folie drauf, zack: Übeltäter gefunden, danach mit Bürste sauber gemacht und jetzt kein Kanalgeruch mehr. Cooles Detail mit dem AAV, das merk ich mir fürs nächste Mal.

Sebastian L.

Kurze Frage: Ist das mit den paar Tropfen Mineralöl im Bodenablauf wirklich okay, oder lieber direkt so ein biologisches Sperrflüssigkeitsgel nehmen? Hab einen selten genutzten Kellerablauf – will Verdunstung bremsen, aber nichts falsch machen.

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